Makrobeleuchtung für Digitalkameras

Der Aufbau Dieter Kosmeiers Hornissenkästen bleibt mir aus familiären
Gründen leider verwehrt, so habe ich mich als Winterarbeit auf den Neubau
von Makroleuchten kapriziert.

LED sind mittlerweile sehr leistungsfähig geworden, so dass sie wegen des
geringen Energiebedarfs, der vernachlässigbaren UV- und IR-Strahlung und
der geringen Versorgungsspannung fast ideale Leuchtmittel sind.
"Fast" deshalb: Das Licht der LED ist stark gebündelt und erfordert
die Anordnung vieler Dioden als Array, oder den Einsatz von Streuscheiben.

Betrachtet werden im Folgenden nur Verhältnisse bei Makroaufnahmen, d.h.
maximal 20 cm Abstand vom Objektiv zum Objekt.

Leuchte für die Videokamera

Moderne Videokameras sind sehr lichtsttark und benötigen scheinbar auch in
einigermassen hellen Innenräumen keine Zusatzbeleuchtung.
Sieht man sich das Video aber genau an, fallen die geringe Farbtiefe und ein deutlich
erhöhtes Rauschen auf.

Im vergangen Jahr hatte ich eine LED - Doppellampe mit gutem Erfolg in Betrieb (Bild 1).
Die Größe der Lampe hat den Einsatz -besonders im Buschwerk - ziemlich erschwert,
So habe ich mir eine neue Leuchte gebaut.

Randbedingungen: Betrieb mit 4 Mignon-Akkus (4,8V), möglichst klein und leicht (Bild2).
Um Abschattungen zu verringern, kommt nur eine eine Doppellampe (links und rechts vom
Objektiv) in Frage.

Bild 1
Bild 2
Bild 3a
Bild 3b

Als eigentlichen Strahler habe ich je einen LUXEON Star 1W weiss verwendet. Der ist so groß wie
eine normale Einzeldiode, hat allerdings eine kleine Kühlfläche. Das Licht wird durch eine
spezielle Vorsatzlinse auf einen Abstrahlwinkel von ca. 40° gebracht (Bild 3a u. b, danke Melanie für
die Bienenfigur).
Befestigt habe ich die Strahler über 2 Rundhölzer an einem L-Profil. Die Länge der Rundhölzer und des
Profils sind kameraabhängig (Bild 3 u. 4), sie sollen die Strahler nahe am und auf Höhe der Mitte des
Objektivs fixieren.

Die Strahler benötigen für volle Leistung je 350 mA Strom. Das Akkuset muss dazu über einen
Vorwiderstand angeschlossen werden. Dessen Wert ist vom Innenwiderstand der Akkus ab-
hängig und liegt zwischen ca. 3 und 5,6 Ohm 2W. Auf richtige Polung achten!
Die Kapazität der Einzelakkus sollte
2000 mAh nicht unterschreiten.

Ich habe für dieLampen je einen Widerstand auf eine aufgeklebte Lochrasterplatine
gelötet (Bild 5). Da ich keine passenden Einzelwiderstände hatte, habe ich 2 parallelgeschaltet.

Der Akkupack ist in einem kleinen Kästchen mit Anzeigediode und Ausschalter
untergebracht (Bild 1 rechts). Auf der L-Schiene ist eine Cinchbuchse für die Stromversorgung
befestigt, die über eine genügend lange Leitung mit dem Akkupack (gelagert z.B. in der Jackentasche)
verbunden wird.

Bild 4
Bild 5
Bild 6

Die Leuchte habe ich an einer im Zubehörschuh eingesteckten Aluleiste befestigt.
Vorsicht: einige Videokameras haben Versorgungskontakte für ein Mikrofon in dem Schuh. Die
"Aufsteckmimik " muss in diesem Fall von der Auflagefläche isoliert werden, z.B. mit einem dünnen
Pertinaxplättchen.

Für eine ortsfeste Videokamera (z.B. zur Nestbeobachtung) habe ich 2 Leuchten mit dem Strahler
MR16 (18 ultrahelle Dioden) gebaut. Der Stecker des Strahlers ist zu den normalen 12 V Halogenlampen
kompatibel.So konnte ich eine alte Deckenleuchte "schlachten" und die Fassungen verwenden. Fertig (Bild 6).

Der MR16 benötigt nominal 12 V. Mit dieser Spannung beträgt die Leistungsaufnahme allerdings nur ca. 350 mW
und die Lampe ist für 18 ultrahelle Dioden zu dunkel. Eine Erhöhung der Spannung bis zur Leistungsaufnahme
von ca. 1W ( ca. 14V) brachte erheblich helleres Licht, vergleichbar mit den LUXEON Leuchten.

Leuchte für Kameras

Die beste Lösung ist hier zweifelsfrei ein Ringblitz, oder 2 seitlich auf einer modifizierten Blitzschiene montierten
Einzelblitze. Die damit möglichen Blendenwerte von F16 bis F20 ermöglichen auch bei sehr nahen Makroaufnahmen
große Tiefenschärfe.

Die einfacheren Digitalkameras lassen jedoch in der Regel keine Ringblitzmontage zu und verfügen meistens auch
über keinen externen Blitzkontakt. Letzteres könnte ggf. mit einem optischen Fernkontakt, ausgelöst durch den
kameraeigenen Blitz, umgangen werden. Oft lassen aber die einfacheren Kameras keine kleineren Blendenöffnungen
als F8 zu, so dass der Tiefenschärfevorteil weitgehend perdu wäre.

In diesem Fall kann die oben beschriebene LUXEON Leuchte ebenfalls eingesetzt werden. Die Anbringung erfolgt
wie oben an auf einer Schiene, die an dem Gewinde für das Stativ befestigt wird. Schrauben mit Rändelrad und
Innengewinde (Stativ) gibt es im Fotohandel. Für die Schiene reicht ein 2 - 3 mm dicker Alustreifen.

Die Lichtenergie ist bei ca. 10 cm Abstand und 100 ISO ausreichend für 1/100 sec bei Blende 5,6.

Man kann natürlich auch ein Ringlicht bauen. Siehe dazu www.emling.de
Es ist nur die Frage, ob man damit bis zum Frühjahr fertig wird. Außerdem ist ein Ringlicht
immer abhängig vom Kameratyp, d.h. bei einem Kamerawechsel fängt man ggf. wieder von vorn an..

Bezugsquellen

LUXEON u. MR16: www.led-shop24.de

LUXEON 45° Linse mit Halter (BestellNr. HWB1-H) und Widerstände: www.reichelt.de/

Leider sind die Strahler mit ca. 16.- € pro Lampe mit Linse nicht gerade billig, jedoch ist eine Realisierung mit
Einzel-LED eher teurer. Die Lebensdauer ist mit nominal 50.000h de facto unbegrenzt.